Der heutige Subjektstatus in der Sozialen Arbeit basiert auf toter Materie statt auf menschlichem Sein. Nicht der Mensch steht im Zentrum, sondern der Fall nach außengeleiteten Kriterien. Die angewandten Methoden werden abstrakt bestimmt und monetär gemessen. Menschen werden sozialpolitisch einsortiert und nicht als einzigartig betrachtet. Das Subjekthafte müsste jedoch in der Sozialen Arbeit zum Tragen kommen. Soziale Arbeit erhebt den Anspruch ein gesellschaftliches Frühwarnsystem zu sein, denn in ihrer Praxis werden soziale Probleme virulent. Angesichts der materiellen Ausstattung und einer eher selbst geprägten Rückwärtsgewandtheit findet visionäres Denken kaum statt. Eine Skandalisierung unterbleibt oft wegen eines „heimlichen“ Eigeninteresses. Eine dem Helfen, Unterstützen und Ermächtigen verpflichtete Soziale Arbeit braucht eine kollektive Dimension, damit die Klientel mit ihren legitimen Bedürfnissen und nicht Financiers nach Haushaltsplänen dominieren. In Anlehnung an Silvia Staub-Bernasconis Idee der konkreten Utopie sollten die Menschenrechte – trotz einiger Kritikpunkte – den Zielhorizont darstellen.
Björn Sedlak, Lutz Finkeldey
Der Fachartikel ist erschienen in: Rohloff/ Lokschin (2024) [Hrsg.]: Die Zukunft der Sozialen Arbeit. Chancen und neue Herausforderungen. VS.